Die Geeste, Zeitzeugen die Bremerhaven geprägt haben
Die Geeste, der nördlichste Nebenfluss der Weser, einst natürliche Grenze konkurrierender Hafenstädte, erlebte Geschichten die die Entwicklung von ganz Bremerhaven entscheidend beeinflusst haben. Im Wandel der Zeit blieben an ihren Ufern Zeitzeugen zurück die einst die Stadt geprägt haben.
Das Sturmflut Sperrwerk
Während seiner Bauzeit wurde das Sturmflut Sperrwerk unter der Kennedy Brücke oftmals als überflüssig oder viel zu groß kritisiert, aber noch nicht einmal ein halbes Jahr nach seiner Fertigstellung 1961 meisterte es dann seine erste und bislang größte Herausforderung. In der Nacht von 16-17 Februar lief das Wasser 5.35 über NN auf und stand damit rund 3Meter höher als die Straßen in der Innenstadt.
Ohne das Sturmflut Sperrwerk wären in dieser Nacht wahrscheinlich etwa ¾ Bremerhavens von der Geeste her überflutet wurden.
Die alte Geestebrücke
Die erste Drehbrücke über die Geeste wurde bereits 1857 erbaut, 1904 wurde sie dann durch die heutige alte Geestebrücke ersetzt.
Die Werften
Als Werften Standort hatte der Fluss eine herausragende Bedeutung, von den größten Segelschiffen alle Zeiten, den 5 Fünfmastern wurden 3 hier an der Geeste bei Tecklenborg bzw. Rickmers gebaut.
Das Wenke-Dock war eines der erste Trockendocks an der deutschen Nordseeküste, einige Mauern und Treppen sind heute noch zu sehen.
Anders sieht es mit der Tecklenborg-Werft aus, hier ist nur noch der verfallene Rest einer Dockeinfahrt zu erkennen.
Die Rickmers Werft bestand wesentlich länger, als einer der größten Arbeitgeber der Stadt musste sie 1986 ihre Tore endgültig schließen und die fast 1000 Beschäftigten entlassen. Heute ist von der Werft nicht viel mehr wie das Eingangstor und ein alter Drehkran zu sehen. Viele der ehemaligen Werftleute stimmt es schon etwas nachdenklich das man hier hinter den Tor wo sie erfolgreich Schiffe gebaut haben heute das Arbeitsamt sieht.
Der Elbe-Weser-Schifffahrtsweges
Die Geeste bildet den Anfang des Elbe-Weser-Schifffahrtsweges. Mit der Fertigstellung des Tide Sperrwerkes wurde diese Wasserstrasse 1961 Gezeiten unabhängig, viele Binnenschiffe benutzten den Schifffahrtsweg von der Weser über die Geeste, den Bederkesa- Geeste- und den Hadelner Kanal um bei Otterndorf die Elbe zu erreichen. Da die Schiffe aber immer größer wurden konnten sie diese Wasserstrasse, mit den Windungen des Flusses und der zu geringen Tiefe der Kanäle nicht mehr passieren so das die 35m lange Schleusenkammer des Tide Sperrwerkes heute nur noch von Sportbooten und einigen Ausflugsschiffen benutzt wird.
Schiffdorfer Stauschleuse
Etwas östlich von Bremerhaven etwa 9km von der Mündung der Geeste in die Weser entfernt liegt die Schiffdorfer Stauschleuse. Sie wurde 1890-92 als Sperrwerk erbaut um die Geesteniederung vor Sturmfluten zu schützen.
Mit der Fertigstellung des Tide- und des Sturmflut Sperrwerkes verlor die Schleuse 1961 ihre Funktion, 1967 wurde sie stillgelegt und 1987 unter Denkmalschutz gestellt.